
Audi hat die stark überarbeitete Q4 e-tron gelüftet – und das ist kein bloßes Feintuning. Das Facelift für 2026 bringt die erste bidirektionale Ladefähigkeit der Marke, ein gründlich überarbeitetes Antriebs-Setup mit Siliziumkarbid-Wechselrichtern und spürbare Reichweitengewinne, die den kompakten Elektro-SUV weiter in Richtung Premium-Segment schieben. Die Bestellungen starten in diesem Mai in Europa, die ersten Auslieferungen sind für den Sommer geplant.
Bidirektionales Laden debütiert: V2L und V2H erklärt
Zum ersten Mal in einem Audi Serienmodell unterstützt die Q4 e-tron Vehicle-to-Load (V2L). Eine 230V-Steckdose im Kofferraum liefert 2,3 kW Ausgangsleistung, während ein Ladeanschluss-Adapter bis zu 3,6 kW freischaltet – genug, um Elektrowerkzeuge, Campingausrüstung oder Notfall-Geräte mit Strom zu versorgen. In Deutschland und anderen ausgewählten europäischen Märkten ermöglicht Vehicle-to-Home (V2H), dass der 82 kWh-Akku als Pufferspeicher für die heimische Energie dient und zwischen 20% und 80% SoC arbeitet. Die abgerechnete Entladeenergie wird im Instrumentencluster angezeigt. Mit diesem Schritt positioniert Audi die Q4 e-tron als echte, vielseitige Energieplattform – nicht nur als Transportmittel.

Neuer APP350-Motor und 185 kW Laden
Das wichtigste mechanische Upgrade ist der APP350 Elektromotor, der einen Siliziumkarbid (SiC)-Pulswechselrichter nutzt, um Schaltverluste zu reduzieren und die Effizienz um 10% zu steigern. Ein Getriebeöl mit geringer Viskosität senkt zudem die Reibung weiter und bringt in Kältebedingungen bis zu 12 km zusätzliche Reichweite. Die gesamte Reichweitenverbesserung gegenüber dem Modell vor dem Facelift beträgt 30 km bei Versionen mit Hinterradantrieb und 32 km bei quattro-Modellen. Der 82 kWh-Akku (nutzbare Kapazität) unterstützt nun Spitzenleistung beim DC-Schnellladen mit 185 kW. Ein Nachladen von 10-80% dauert nur 27 Minuten, und ein 10-Minuten-Stopp liefert bis zu 185 km Fahrreichweite. Damit liegt die Q4 e-tron hinsichtlich der Ladegeschwindigkeit auf Augenhöhe mit Rivalen wie der BYD Denza D9 – ein entscheidendes Kriterium für die Alltagstauglichkeit auf langen Strecken.
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Batteriekapazität (nutzbar) | 82 kWh |
| Spitzenwert für DC-Schnellladen | 185 kW |
| Ladezeit 10–80% | 27 min |
| Reichweitenzuwachs (quattro) | +32 km |
| V2L-Ausgang (Ladeanschluss) | 3.6 kW |
| Grundpreis (Deutschland, 82 kWh) | €53,500 (~$58,000) |

Updates für Exterieur, Licht und Interieur
Von außen behält der Q4 e-tron seine kurzen Überhänge und die breite Spur bei. Die S line erhält Selenit-Silber-Mattleisten für einen sportlicheren Look. Besonders gelungen ist das Licht: Die digitalen OLED-Heckleuchten der zweiten Generation mit 284 Segmenten können vier unterschiedliche Lichtsignaturen anzeigen, und ein Warnsystem bei Annäherung schaltet die Leuchten ein, sobald ein nachfolgendes Fahrzeug zu nah heranfährt. Innen integriert ein Panoramadisplay ein 11,9 Zoll großes digitales Kombiinstrument und ein 12,8 Zoll großes MMI-Touchscreen in einem fahrerorientierten Layout. Das optionale Head-up-Display mit Augmented Reality projiziert Navigation und ADAS-Hinweise in einen virtuellen 70-Zoll-Sichtbereich. Das Laderaumvolumen beträgt 515 Liter (1.487 bei umgeklappten Sitzen), und die Anhängelast liegt bei 1.800 kg.
ADAS und Infotainment
Das Facelift bringt Adaptive Driving Assist Plus mit, das automatisierte Spurwechsel auf Autobahnen mit über 90 km/h ermöglicht und Cloud-Daten nutzt, um die Spurposition auch auf schlecht markierten Straßen zu halten. Das Infotainmentsystem läuft mit Android Automotive OS und Audis eigenem App-Store für Dienste von Drittanbietern. Wer einen tieferen Blick darauf werfen möchte, wie sich die Facelift-Strategie von Audi im Vergleich zu anderen Premium-Anbietern schlägt, sollte sich unsere Analyse des Q4 e-tron 2026 Facelifts – die verborgenen Änderungen ansehen.










